Eine Spurensuche

In den Teilrepubliken des ehemaligen Jugoslawien finden sich viele Orte, die an den Widerstand gegen die Nazis erinnern. Vieles erinnert an den gemeinsamen Staat, der 1945 als Volksrepublik Jugoslawien gegründet wurde. Von 1945 bis 1980 war Josip Broz Tito Regierungschef Jugoslawiens und suchte einen eigenen Weg in den Sozialismus. Vieles erinnert auch an das Ende Jugoslawiens.

Südosteuropa

8 Tage

Termine 2020

12.-19. Juli
23.-30. Aug
13. – 20. Sept.

Weitere Reisen von März bis Oktober auf Anfrage

Im kleinen Kreis

12 – 16 Teilnehmer/innen

Kleinere Gruppen gegen Aufpreis möglich.

950,- €

pro Person im DZ

Rundreise

mit Besichtigungen, Gesprächen, Spaziergängen und kleinen Wanderungen (1-2 Stunden)

Übernachtung in Banja Luka, Sarajevo (2 Nächte), Kraljevo, Beograd (2 Nächte), Novi Sad

Im Preis enthalten

Deutschsprachiger Reise(beg)leiter
Transporte im Reiseland während der Reise in einem privaten Bus
7 Nächte im Hotel oder in einer Pension, DZ mit Bad, Halbpension
Alle Eintrittsgebühren, Kosten für Führungen

Nicht enthalten

Einzelzimmer: + 100 €
Anreise nach Zagreb: Flug oder Bahn (ca. 150-250 €): wir buchen gerne für Sie

Buchen Sie per E-Mail oder rufen Sie uns an:

Reiseleiter

Hans WieserJohann Wieser aus Graz, Reisebegleiter, Balkanreisender seit über 40 Jahren. Er spricht die Sprachen der Regionen, kennt Land und Leute, die Geschichte, Kultur, Kulinarik, Traditionen …

Reisebeschreibung

Wir schicken Ihnen auch gerne einen Prospekt per Post oder ein PDF per E-Mail.

1. Tag: Kumrovec -Titos Geburtsort

Wir besuchen Kumrovec. Das Dorf liegt unmittelbar an der kroatisch-slowenischen Grenze, 45 km von Zagreb, der Hauptstadt Kroatiens entfernt. Teil des dortigen Ethnologischen Freilichtmuseums ist auch das Geburtshaus von Tito.

Jasenovac – Ustascha Vernichtungslager

Jasenovac liegt im Süden der Gespanschaft Sisak-Moslavina in unmittelbarer Nähe des Zusammenflusses von Una und Save. Bei Jasenovac befand sich während des Zweiten Weltkrieges das größte Konzentrationslager in Südosteuropa, das von der kroatischen Ustascha geführt wurde, das KZ Jasenovac.

2. Tag: Kozara – Schlacht 1942

Auf dem Gipfel der Mrakovica-Hochebene erinnert ein Denkmal an die Kozara-Schlacht während des Zweiten Weltkriegs. Eine gewaltige Übermacht der deutschen Wehrmacht und ihrer kroatischen und ungarischen Verbündeten griffen das von jugoslawischen Partisanen kontrollierte befreite Territorium in Zentral- und Westbosnien an. Um die historische Erinnerung zu bewahren und die Natur in dieser Region zu erhalten wurde ein Teil der Kozara-Berge 1967 zum Nationalpark.

Jajce – Gründung der SFR Jugoslawien

Jajce gilt als Gründungsort der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. Während des Zweiten Weltkrieges tagte in Jajce im November 1943 die 2. Versammlung des Antifaschistischen Volksbefreiungsrates (AVNOJ).

3. Tag: Sarajevo – Stadtrundgang

Sarajevo wurde vor allem durch drei Ereignisse weltweit bekannt: durch das Attentat von Sarajevo am 28. Juni 1914, durch die Olympischen Winterspiele 1984 und durch die Belagerung durch Truppen der Vojska Republike Srpske während des Bosnienkrieges 1992 bis 1995. Seit 1992 ist es die Hauptstadt des souveränen Staates Bosnien und Herzegowina. Dessen Unabhängigkeitserklärung von Jugoslawien führte zum Bosnienkrieg, in dem Sarajevo heftig umkämpft war. Sarajevo ist laut Artikel 9 der Verfassung der RS auch Hauptstadt der Republika Srpska, obwohl sich deren Regierungssitz bereits seit 1998 in Banja Luka befindet.

Sutjeska – Schlacht im 2. Weltkrieg

Gedenkstätte an die 5. Offensive der deutschen Armee gegen die Partisanen („Operation Schwarz“).

4. Tag: Srebenica

Besuch der Gedenkstätte des Massakers im Juli 1995.

Užice – erstes befreites Gebiet in Europa 1941

Užice ist eine Stadt in Serbien und befindet sich unweit der Grenze zu Bosnien und Herzegowina. Im Herbst 1941 befreiten jugoslawische Partisanen Užice von der deutschen Besatzung und errichteten die Republik Užice mit einem Gebiet von etwa 2000 km² und einer Bevölkerung von ca. 300.000 Einwohnern. Im November eroberte die Deutsche Wehrmacht dieses Gebiet mit Hilfe der Tschetniks zurück, die Partisanen zogen sich nach Montenegro zurück. Ende 1944 war Užice erneut und endgültig befreit. Bis 1992 trug die Stadt nach Josip Broz Tito die Bezeichnung Titovo Užice.

5. Tag: Kragujevac -Massaker der deutschen Wehrmacht an Zivilisten

Während der Besatzung durch die deutsche Wehrmacht kam es in der Stadt zu einem Massaker. Als Vergeltung für einen Partisanenangriff wurden am 21. Oktober 1941 über 2300 Bewohner erschossen, darunter 300 Schüler und 18 Lehrer des örtlichen Gymnasiums. Den Terror gegen die Zivilbevölkerung trieb der deutsche Militärgouverneur von Serbien, General Franz Böhme, auf einen grausamen Höhepunkt. Sein Befehl an die Soldaten der Wehrmacht, wohl als Racheakt aufzufassen, war, für jeden getöteten deutschen Soldaten 100 Serben oder Juden zu erschießen.

6. Tag: Beograd

Beograd (Belgrad) ist die Hauptstadt der Republik Serbien mit 1.233.796 Einwohnern. Die günstige Lage im Südosten Europas an zwei schiffbaren Flüssen und an der Kreuzung mehrerer Handelswege brachten Belgrad den Titel „Pforte des Balkans“ und „Tor Mitteleuropas“ ein. Der geografische Mittelpunkt von Beograd ist am Ende der Altbelgrader Prachtstraße Knez Mihailova Ulica (Fürst-Michael-Straße). Diese folgt dem antiken Cardo von der Festung Kalemegdan kommend bis zur Einmündung in den langgezogenen Platz Terazije. Hier beginnen die zwei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Hauptstraßen ausgebauten Alleen, die Ulica Kralja Milana mit dem wichtigsten Verkehrsknoten Belgrads, der Slavija und der Bulevar Kralja Aleksandra. Wir besuchen das „Haus der Blumen“, die Grabstätte Titos.

Holocaust – Staro Sajmište

Die Belgrader Juden wurden im Messegelände in das KZ Sajmište in der Stadt sowie am Stadtrand in das KZ Banjica deportiert. Bis Kriegsende wurden hier über 100.000 Menschen umgebracht.

7. Tag: Novi Sad – Stätten des Widerstands

Novi Sad ist die zweitgrößte Stadt in Serbien, die Hauptstadt der Vojvodina. Die Universitätsstadt besteht aus den Stadtteilen Novi Sad nördlich der Donau und Petrovaradin am Fuße der gleichnamigen Festung südlich der Donau. Die Stadt wird auch als Serbisches Athen bezeichnet. In der Zeit von 1941 bis 1945 war die Stadt vom zu den Achsenmächten gehörenden Königreich Ungarn besetzt. In Novi Sad ließ der ungarische Befehlshaber General Ferenc Feketehalmy-Czeydner vom 21. bis 23. Januar 1942 1246 Zivilisten erschießen, darunter waren 809 Juden, 375 Serben, 8 Deutsche und 18 Ungarn. Mehrere hundert Zivilisten wurden unter das Eis der zugefrorenen Donau geworfen und ertränkt. Nach dem Einrücken der Partisanen Ende 1944 wurde nahezu der gesamte Teil der verbliebenen deutschsprachigen Bevölkerungsgruppe, welche bis dahin noch nicht geflohen war, vertrieben oder ermordet.

Highlights

Gespräche mit Zeitzeugen

Abwechslungsreiche Landschaft

Je 2 Nächte in Sarajevo und Beograd (Belgrad)

Skizze unserer Reiseroute
Titos Geburtshaus – Josip Broz, genannt Tito (* 7. Mai 1892 in Kumrovec, † 4. Mai 1980 in Ljubljana): jugoslawischer kommunistischer Politiker, Befehlshaber der jugoslawischen Partisanen, von 1945 bis 1980 Staatschef Jugoslawien
Kozara Denkmal: Das „Denkmal für die Revolution“ des Bildhauers Dušan Džamonja (1972) erinnert an die Kozara-Schlacht während des Zweiten Weltkriegs. In der Schlacht trafen im Rahmen der faschistischen „Operation West-Bosnien“ deutsche Truppen und ihre kroatischen und ungarischen Verbündeten auf jugoslawische Partisanen
Gedenkstätte für die Opfer des KZ Jasenovac in Kroatien, errichtet 1966
Sutjeska Denkmal: zur Erinnerung an die Schlacht an der Sutjeska vom 15. Mai – 16. Juni 1943
Jaice: Stadt im Zentrum Bosnien und Herzegowinas
Gedenkpark Šumarice: Sieben Denkmäler im Park erinnern an die Massaker von Kraljevo und Kragujevac, Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht, die in den beiden Orten 1941 insgesamt 4000 Zivilisten ermordete
Serbisches Parlament in Belgrad: die Plakate erinnern an die Bombardierung Beograds durch die NATO im Jahr 1999